09 Grenzen der Realität - Sinnformative Lebenskunst

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Grenzen der Realität

Haben dich die letzten Worte auf irgendeine Art bewusster mit deiner Welt verbunden? Aber wie konnte eine solche Verbindung geschehen? Sicherlich liegt es daran, dass sich deine Vorstellungen von dir und der Welt durch das soeben Gelesene ein klein wenig entgrenzend verändert haben. Damit wird aber auch deutlich, dass du selbst nur eine veränderbare Vorstellung bist, die du von dir selber hast. In deinem Kopf existiert ein Bild von dir, aber auch davon, wo sich dieser Kopf gerade lokal aufhält – in einer Welt, die sich auch nur irgendwo in deiner Vorstellung befindet. Somit gleichen dein Selbst und die Welt drumherum eher einer selbstgemalten Landkarte, als einer harten Realität.
 
Beginnst du trotzdem, intensiv nach deinen soliden Fundamenten zu suchen, weil du dir vorstellst, dass dahinter doch irgendwie etwas Verlässliches und Reelles stecken muss, stößt du doch nur immer wieder auf „Weiches“.
 
Wenn wir anerkannte Wissenschaftler dazu befragen, unterhalten wir uns mit Leuten, die auch nur eine subjektiv-vergängliche Vorstellung von den Dingen haben. Ihre vermeintlich harten Forschungsergebnisse haben sie selbst auch nur aus eigenen Beobachtungen und den luftigen Vorstellungen der Anderen zusammengetragen, aus also ebenso subjektiven Quellen, die sich auch wiederum auf ältere subjektive Quellen stützen, also aus einer schier endlosen Kette aus überlieferten Vermutungen und selbstgebastelten Erklärungen.
 
All diese „subjektive Malerei“ wird auch nicht wahrer, wenn alle daran glauben. Die Erde ist keine Scheibe, nur weil alle das dachten und diese Vorstellung munter miteinander teilten.
 
Im Moment ist die Erde in deinem Kopf sicherlich eine Kugel. In ungefähr acht Sekunden wird die Erde jedoch etwas Elliptisches sein, weil sie sich dreht und durch die entstehenden Rotationskräfte am Äquator ein wenig Bauch bekommt und dadurch die Pole etwas flacher wirken. Diese Verwandlung zu einem Rotationsellipsoid entsteht aber ursächlich dadurch, weil du das gerade eben hier gelesen hast und mir glaubst. Wirklich. Kein Scherz. Das kannst du bei Wikipedia nachlesen.
 
So, die acht Sekunden sind um: Das Ding ist nun rotationselliptisch. Du hast also gerade eben wieder auf der inneren Landkarte rumgekritzelt und dein Bild an der Stelle korrigiert, wo sich die Erde befindet.
Aber das kannst du gleich wieder streichen, denn wir machen sie in nur fünf Sekunden zu einem „beuligen“ Rotationsellipsoid. Dadurch, dass uns der Mond umkreist, formt er durch seine Anziehungskräfte eine sanfte Erhebung in die darunterliegende Erdoberfläche.
 
So, die fünf Sekunden sind um: Das Ding ist nun rotationselliptisch mit einer leichten „Wanderbeule“.
 
Der Biophysiker und Kybernetiker Heinz von Foerster sagte zu diesem Phänomen lapidar: „Erfahrung ist die Ursache, die Welt ist die Folge.“ Oder kurz: „Wir erdenken die Welt und uns.“ (Radikaler Kontruktivismus)
 
Früher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass man nur genau genug messen muss, um allen Dingen auf den Grund zu gehen. Seit der Entdeckung der Quantenmechanik ist das nicht mehr so klar. Hier wird beschrieben, dass die Zustände der allerkleinsten Bestandteile der Materie bei weitem gar nicht so klar und eindeutig sind, so dass man nur noch mit Wahrscheinlichkeitsinterpretationen operieren kann. Wenn man mehrere Messungen macht, bekommt man stets etwas andere Ergebnisse. Das liegt daran, dass sich für unser überraschendes Erleben ständig alles gegenseitig beeinflusst und die kleinste Energie zur rechten Zeit alles verändern kann (Erfahrungsgenerator).
 
Ein schönes Beispiel für die Unbestimmtheit der Gegenwart ist das von Erwin Schrödinger im Jahre 1935 beschriebene Gedankenexperiment, in dem ein Tier gleichzeitig tot und lebendig sein kann. Dabei wurde eine Katze zusammen mit einem atomaren Zufallsgenerator, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % eine tödliche Vergiftung der Katze auslösen kann, in einen abgeschlossenen Raum gesperrt. Solange niemand den abgeschlossenen Raum öffnet (blickdichter Kasten) und den Zustand der Katze überprüft (= Messung), wäre sie also gleichzeitig lebendig und tot. Diesen Versuch kann man sehr oft wiederholen, und es kommt immer wieder etwas anderes dabei heraus. Unsere momentane Realität“, steht also vorher noch nicht fest. Sie entsteht erst subjektiv durch unser eigenes Hinsehen – genau im Moment unserer Betrachtung auf Basis unserer subjektiven Erfahrungsschatz. Alles gleicht einem schwammigen "Erlebnisteppich", der sich unter uns immer erst dann weiter ausrollt, wenn wir uns in irgendeine eine Richtung bewegen.

Realität ist das, was wir subjektiv glauben als diese zuerleben.

 
Christoph Heinzel
45527 Hattingen

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