17 Erleben braucht Zeit - Sinnformative Lebenskunst

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Erleben braucht Zeit

Wenn wir diesen paradiesischen Prozess  einmal mit Abstand aus der Ferne betrachten, könnte man den Eindruck gewinnen, dass es sich zumindest bis Corona schon munter entwickelt hat. Aus meiner Sicht gibt es keine Anhaltspunkte, die auf einen sonderlich unglücklichen oder krankhaften Verlauf schließen lassen, geht man mal davon aus, dass wir die Folgen von Covid-19 wieder in den Griff bekommen.          
 
Sicher wünschen wir uns beständig, dass alles noch schneller geht und sich die Pforten des Paradieses endlich ganz und für jeden möglichst gerecht öffnen. Aber es gibt sehr gute Gründe dafür, warum auch alles seine Zeit braucht und nicht allzu schnell von statten gehen sollte.

 

Da ist zunächst die Prozesssicherheit. Unser Planet gleicht einer riesigen Erlebnis-Baustelle, auf der es weder von vornherein einen Bauplan noch eine vernünftige Absicherung dieses Erlebnisprojektes gibt. Die großen freiheitbringenden Erfolge der letzten Jahrzehnte gründen auf Automatisierung, Globalisierung, Vernetzung, Logistik, Kommunikation und vielen weiteren Errungenschaften. Allen diesen neuen Instrumenten liegen Technologien zu Grunde, die extrem anfällig sind. Einen ersten Geschmack davon, wie unglaublich eng inzwischen alles voneinander abhängig ist, zeigt uns nun diese Pandemie. Viele wichtige Dinge auf dieser Welt werden nur an gewissen Orten hergestellt, und wenn diese wegfallen, wird es extrem schwierig, sie zu ersetzen.
Stell dir vor, unser Internet, unsere Kommunikation oder unsere Stromversorgung fallen ganz aus. Wir stehen erst ganz am Anfang einer immer intensiveren Vernetzung für noch mehr Freiheit und einer immer rasanter wachsenden Erlebensfülle. Eine der großen Kernaufgaben unserer Zukunft ist es daher, diesen Prozess abzusichern, um schmerzhafte Rückschritte so wie jetzt in diesen Zeiten zu verhindern. Wir brauchen für alles mehrfache Katastrophenpläne  (B, C und D usw.), die ständig an die neuesten Gegebenheiten anpasst werden müssen. Das kostet Zeit, Geld und Energie, und dafür müssen wir von unserer nutzbaren Freiheitsdynamik abgeben, damit es nachhaltig ist und nicht nur ein „Glücksroulette“ wird. Das fängt schon damit an, dass wir auf unsere Umwelt achtgeben sollten. Diese wird zwar wahrscheinlich völlig umgestaltet, bleibt aber zunächst doch weiter unser Fundament und unsere Rückversicherung. All das braucht Zeit und bremst natürlich den Erlebnis-Prozess.
 
Aber, das ist nicht der einzige Grund, warum es nicht ganz so schnell gehen sollte. Auch aus „glückstechnischer Sicht“ brauchen wir Zeit. Wir möchten doch möglichst viele der zauberhaften Möglichkeiten, die sich aus diesem Erfahrungsprozess ergeben erleben und genießen! Für dieses „Erlebniskino“ braucht es also Zeit. Du sagst ja auch nicht abends zu deinem Partner beim Kuscheln: „Los, fertig werden!“ Glück ist das, was zwischen zwei Zuständen stattfindet – dem Begrenzten und der Verbundenheit mit der Erfahrung.
 
Aus dieser Sicht stimmt es also:  Der Weg ist das Ziel!
 
Daher macht es Sinn, die Dynamik des allgemeinen „Entgrenzens“ nicht zu groß werden zu lassen, weil sich unsere „Geschichten“ sonst nicht mehr in allen ihren schillernden Facetten erleben lassen. Die unglaublich vielen befreienden Momente, die unsere Filme hervorzaubern können, brauchen Zeit - wollen gesehen, gefühlt und geschmeckt werden. Denken wir an unsere Kinder. Ihnen sagen wir auch nicht: „Nun werde endlich erwachsen!“, sondern gestehen ihnen zu, dass sie langsam Stück für Stück, Akt für Akt ihr Heranwachsen (ihren Film) genüsslich erleben dürfen.
 
Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt, den es zu bedenken gilt, und zwar die Betrachtung des Paradieses im Zustand seiner Vollendung. Stell dir vor, alles Material des ganzen Universums ist nun bestmöglich und in größter Harmonie verbaut. Alles wäre fertiggestellt. Da wäre nichts mehr zu entgrenzen, weil alles entgrenzt ist. Vielleicht der Punkt, an dem alles gleichzeitig auf einmal erlebt werden kann. Die Erfahrung absoluter Freiheit und Verbundenheit? Zauberhaftes EINSSEIN mit gleich allem?
 
Nirwana? Und Nun? Ende?
 
Wenn der Weg das Ziel ist, dann wäre es doch völliger Blödsinn nach Abkürzungen zu suchen - oder?


Christoph Heinzel
45527 Hattingen

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