18 Grenzen des Bösen - Sinnformative Lebenskunst

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Grenzen des Bösen

Geprägt durch nicht zuletzt unsere religiöse Erziehung und in allen Gesellschaften tief verankert ist das Böse ein fester Begriff unseres Denkens und, wenn man ehrlich ist, auch schon mal gelegentlich unseres eigenen Handelns.
 
 
Es steht für fahrlässig oder gar absichtlich ausgelöste Begrenzungen und Einschränkungen. Wie wichtig jedoch das Böse für unseren Erfahrungsprozess war und vielleicht immer noch ist, möchte man sich zunächst nicht vorstellen. Viele tief beglückende Erlebnisse sind ohne eine vorherige Abgegrenztheit, also dem Vorhandensein von auch bewusst herbeigeführtem, oder auch nur geduldetem Elend gar nicht möglich. Was wären unsere „Filme“ ohne überstandene Geiselnahmen, Raubüberfälle, Kriege und sonstige eigentlich verhinderbare Katastrophen? Wie viel Glück durch aufregenden Grusel verdanken wir Dieben, Betrügern und Mördern? Sind sie es nicht auch, die diesen paradiesischen Prozess so zauberhaft mit entschleunigen und damit irgendwie „das Salz in der Suppe unserer Erfahrungen?“ Können und wollen wir überhaupt auf dieses große Grusel-Entertainment verzichten? Was wäre, wenn es auf einmal nur noch Gutes gäbe? Keine Lügen, keine Vorteilnahme und keine Gewalt? Was wären unsere Kinofilme ohne Angst und Schmerz? War der 11. September 2001 nicht doch irgendwie wertvoll für die Menschheit – furchtbar scheußlich, aber auch doch zauberhaft gruselig und unterhaltsam (zumindest für die, die es nicht persönlich getroffen hat)?
 
 
Lasst uns daher an dieser Stelle doch einmal innehalten und dankbar sein dafür, dass unsere bisherige Reise ins Paradies so schön langsam und vielfältig vonstattenging und ein so wunderbar kontrastreiches Erleben für uns bereithielt – und dass nicht zuletzt dank dieser doch zahlreichen „Bremser“ und „Rückwärtsruderer“. Ich möchte mich an dieser Stelle tief verneigen, vor all denjenigen, die da mehr oder weniger freiwillig aktiv beteiligt waren, Unheil und Böses über in diese Welt zu tragen. An alle aktuell Einsitzenden: Euer Tun gehörte dazu! Ihr seid wertvoll und ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Evolution und damit ein dunkles Juwel unserer Gesellschaft! Wir verzeihen euch! Nein, mehr: Wir danken euch (seufzend und die Augen verdrehend)! Lasst euch alle umarmen und fest an unser Herz drücken! Ihr habt uns etwas geschenkt, was wir niemals haben wollten, aber doch irgendwie spannend und bereichernd finden. Vielleicht sollten wir auch dankbar sein, dass die Meisten von uns diese "Drecksarbeit" nicht selbst machen mussten?! Ihr Helden, wir haben Euch lieb dafür!



- oder sollten wir vielleicht doch auch über uns selbst nachdenken? Haben wir nicht auch höchst persönlich das eine oder andere kleine Übel angerichtet? Ja, wir waren verletzend, haben uns Vorteile ergaunert, vielleicht einmal irgendwo irgendetwas mitgehen lassen, unseren Partnern die Freiheit geraubt, oder auch nur einem anderen den Parkplatz vor der Nase weggeschnappt. Selbst böse Kleinigkeiten waren doch immens wichtig, waren schmerzliche Schritte rückwärts, sorgten für gruseligen Kontrast und verlangsamten den „paradisierenden Prozess“ auf genialste Weise.
 
Vielleicht waren wir sogar auch einmal für größeres Unheil verantwortlich?
Wir alle haben die Entwicklung also selbst mit entschleunigt, und das war gut so! Danke!
Verzeihen wir uns daher selbst! Verzeihen wir allen anderen! Umarmen wir uns in tiefster Anerkennung unserer negativen Leistungen. Trösten wir uns auch, denn wenn wir anderen bewusst etwas Böses antaten, litten wir doch auch selbst darunter: Ja, und was haben wir gelitten! Ich danke, dass ich all diesen Schmerz aushalten und erleben durfte! Danke für die Kraft, all diese meine Ängste durchgestanden zu haben!
 
Aber versteht mich hier bitte nicht falsch: Dies hier ist kein Aufruf zu Unrecht und Gewalt! Ich bin gegen Gewalt! Ich bin auch gegen die Abschaffung von Bestrafung, denn auch sie ermöglicht erlebenswerte Momente in zauberhafter Angst und Abgegrenztheit und bildet so einen wunderbaren Kontrast zur Freiheit!
 
Nein, im Gegenteil! Ich würde mich sogar himmlisch freuen, wenn es in Zukunft weniger Schrecken und Leid gäbe! Mir ist jedoch bewusst, dass dadurch unser globaler Entgrenzungsprozess noch weiter beschleunigt wird und verschiedene aufregende Erfahrungen gar nicht mehr gemacht werden können. Läuft denn nicht jetzt schon alles viel zu schnell?
 
Und noch einmal: Wenn der Weg das Ziel ist, wer will denn da ernsthaft Abkürzungen empfehlen?
 
Ich! Ja, der Autor dieser Seiten möchte es trotzdem riskieren! Er trägt es seit sehr langer Zeit tief im Herzen. Ich stelle es mir zauberhaft und einfach berauschend vor: Alle Menschen nur noch lieb zueinander! Welch eine sinnliche Ekstase, welch ein riesiges Meer aus tosendem Glück! Nur noch leuchtende Augen, nass vor Freude und Erregung!
 
Wow! … zumindest eine Weile lang?
 
Also: Tut mehr Gutes und habt euch lieb!
 
… und genau das werden wir tun!
 
Ja, es wird wirklich so kommen - aber nicht, weil wir es müssten oder es irgendwie vonnöten wäre. Nein, eher nur einmal so, weil es inzwischen möglich ist und wir und dazu global verabreden können – aus reinem Selbstzweck – so als ein sinnliches, weltumspannendes Kunstwerk. Ja, wir werden uns wirklich alle fürchterlich liebhaben und die brutal-zärtlichste Abkürzung nehmen und es natürlich damit wieder einmal vermasseln: Am Ende stehen wir vermutlich dann (erneut) viel zu früh ohne Grenzen da, alles aufgelöst und viel zu schnell fertig erlebt und spüren bitter das Abklingen unserer gigantischen Ekstase. Haben wieder alles ins Feuer geworfen und verheizt, alles miteinander verbunden und entgrenzt - uns selbst gleich mit.
 
Keine Welt mehr, alles ICH.
 
Kein ICH mehr, nur noch SEIN.
 
Kein SEIN mehr ...
 
Also wieder einmal nur ein „schneller Liebesakt zwischen „Tür und Angel“ – oder besser: „zwischen Urknall und Weltuntergang?“ Egal!
 
 
Wie wäre es in dieser Situation wieder mit einer kleinen, frischen, neuen Grenze?
 
Und davor natürlich: eine gehörige Portion Vergessen!
 
Also her mit dem neuen Apfel und ab in die nächste Runde - und dieses Mal bitteschön etwas langsamer und vielleicht doch einen kleinen Hauch böser – oder!?


Christoph Heinzel
45527 Hattingen

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