14 GesamtErlebeWesen - Sinnformative Lebenskunst

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Gesamt-Erlebe-Wesen >ERDE<

Das nächste grenzauflösende Bild begleitet mich schon sehr lange und berührt mich immer wieder zutiefst aufs Neue. Es wirkt nicht nur sehr beglückend, sondern auch zauberhaft sinnstiftend.

Schon seit mehreren Jahren forschen Wissenschaftler und Astronauten in der ISS-Raumstation, viele Kilometer über uns im Weltall. Ich möchte dich einladen, mir einmal gedanklich da hinauf zu folgen und mit mir einen Blick aus einem der Fenster zu werfen. Von dort oben sind weite Teile der Erde schon recht gut zu überschauen. Einzelheiten scheinen aus dieser Entfernung sehr an Bedeutung zu verlieren. Was empfindest du, wenn dir dort oben jemand sagt: „Da unten weint ein Kind“. „Schon möglich, aber da unten freuen sich ja auch Kinder“, wirst du vielleicht antworten. Von hier oben wirken diese Einzelschicksale völlig banal. Aus dieser Distanz stellt man sich eher andere Fragen: „Geht es dem ganzen „Ding“ dort unten eigentlich gut oder eher schlecht?“ Spannend wird es, wenn wir uns noch weiter entfernen und uns gedanklich einmal auf den Mond begeben. Von hier aus gleicht die Erde nur noch einer bläulich schimmernden Kugel. Es erinnert nichts mehr an diese wunderbare Fülle von Leben, Orchideen, bunten Schmetterlingen, Sonderangeboten im Supermarkt oder an die vergessene Parkscheibe.
Aber sie lebt, und das inzwischen in einer ganz besonderen Weise als Ganzheit! Wenn wir sie aus dieser Distanz untersuchen, können wir beobachten, dass sie wie ein Lebewesen reagiert. Würden wir mit einer riesigen Nadel gedanklich einmal in sie hineinpiksen und dabei (verzeih mir das Bild) zum Beispiel Wuppertal verwüsten, würde es dieses bläulich-runde „Kugelwesen“ bemerken und versuchen sich zu wehren. Könnte es uns hier oben auf dem Mond als Verursacher entdecken, bekämen wir sicherlich Ärger. Vielleicht würde es uns irgendwelche Raketen aus Texas schicken? Dass sich dieses Wesen inzwischen auch ganz reell gegen „Körperverletzungen“ verteidigt, können wir schon bald in Form eines Abwehrsystems für Asteroiden erleben.


Dieser lebendige „Kugelorganismus“ verfügt also über ein intelligentes Selbstbewusstsein und kann sinnvoll auf äußere Einflüsse reagieren. Ein gigantischer „Mega-Zeller“, auf den alle Attribute eines Lebewesens zutreffen.

Aber das war nicht immer so. Dieser „Piks“ hätte vor ein paar hundert Jahren keine Reaktion ausgelöst. Die Erscheinung „Gesamt-Erlebe-Wesen“ ist also neu. Sie ist die Folge einer Entwicklung und längst nicht abgeschlossen. Dieses wundersame Riesenlebewesen namens Erde hat unglaubliche Eigenschaften. Es ernährt sich von Sonnenlicht und benötigt außer dem Material, das es umschließt, keine weiteren Substanzen. Es besteht auf seiner Oberfläche aus Milliarden von intelligenten Zellen, von denen schon sehr viele miteinander verbunden sind. Ein umfassendes Nervensystem aus Presse, Rundfunk, Fernsehen und sozialen Medien wie Facebook und WhatsApp sorgt für einen regen Erfahrungsaustausch. Ein Wikipedia-Internet-Gedächtnis bewirkt, dass keine wichtige Erfahrung vergessen wird. Die UNO, die Nato und andere Bündnisse sorgen für Sicherheit, und eine WHO für die weltkörperliche Gesundheit dieses jungen Körpers (z.B. aktuell bei Corona). Es wird zunehmend selbstbewusster und entdeckt sich und seine Umwelt im Universum wie ein Kleinkind. Immer kreativer verändert es zunehmend seine Oberfläche, noch meist gespeist aus alten Lichtenergien, wie Erdöl und Kohle (unser Dottersack?). Es möchte sich nicht nur selbst beschützen, sondern auch vermehren – wenn es die Gelegenheit dazu bekäme.
Sicher ist aber, dass auf dieser Kugel nichts so bleiben wird, wie es ist. Die Wachstumsphase wird die Oberfläche dieses großen Lebewesens bis in tiefste Schichten völlig verändern. Dabei wird die informelle Verbundenheit seiner „Körperzellen-Menschen“ auf ein Höchstmaß heranwachsen. Die Folge ist ein immer gemeinsameres Erleben und Handeln. Das verdrängende “Gegeneinander“ früherer Zeiten durch Kriege, Unterdrückung und Ausbeutung weicht dafür zunehmend einem harmonischem Miteinander.

Sicherlich wird es weiterhin Gewalt geben und einen erbitterten Kampf um die dafür besten Wachstumsstrategien. Doch der Wunsch jeder einzelnen „Zelle“ nach mehr Erlebensfülle, Entgrenzung und geborgener Sicherheit sorgt zusammen mit der wachsenden Vertrautheit durch die zunehmende Kommunikation für immer mehr Verbundenheit und noch mehr gemeinschaftliches Erleben und Handeln.

Eigentlich ist dieses Zusammenschließen zur Steigerung der Erlebnisfülle in der Evolution nichts Neues. Als das Leben auf unserem Planeten begann, lagen Einzeller nebeneinander und begannen, durch ihre Zellmembrane miteinander zu kommunizieren, um sich dann zu immer komplexeren Zellverbänden weiterzuentwickeln.
Aus dieser Sicht kann man einen menschlichen Körper auch mit einem Staat vergleichen. Jede einzelne Zelle scheint ein eigenes Zellbewusstsein zu haben. Sie fühlt und empfindet mit dem Ganzen und erfüllt die ihr zugedachte Funktion, die dem gesamten „Körperstaat“ nützlich ist. Alle diese Körperzellen sind als eigenständig zu betrachten, haben ein eigenes Bewusstsein, ordnen sich jedoch den Gesetzmäßigkeiten und Zielen des gesamten Organismus unter. Ob in der Energieversorgung (Magen, Darm, Herz), in der inneren Verteidigung (Immunsystem), in der Kommunikation und Informatik (Nerven, Gehör, Augen) oder in der entscheidenden Politik (Gehirn) – alle verfolgen das gemeinsame „körperliche Staatsziel“.
Was in einem Staat das nationale WIR-Gefühl ist, könnte man in der körperlichen Zellgemeinschaft als ICH-Gefühl bezeichnen. Wie in gut funktionierenden Körpern ist auch in gut funktionierenden Staaten eine besondere Harmonie der Bürger oder Zellen zu beobachten. Alle fügen sich bestmöglich ein und achten die angestrebten Ziele der Gemeinschaft bzw. des Körpers. Ein geringes Maß an Zerstrittenheit oder Untätigkeit und kluge politische Entscheidungen sind die Basis für erfolgreiche und beständige Gemeinschaften. In Körpern von Lebewesen funktioniert diese Unterordnung für ein gemeinsames erfolgreiches Ziel meist sehr effektiv und reibungslos. Es gibt selten Alleingänge (Selbstverletzung, Wucherungen und Krebs), weil jede unabgestimmte Eigenmächtigkeit, jede vom Gesamtkonzept abweichende Handlung eine Gefahr und Verschlechterung für alle bedeuten würde und somit das ganzheitliche Erleben und Handeln in Gefahr bringen würde. Diese Lektion scheint unser neuer, gigantischer „Erdkugel-Organismus“ gerade erst mühsam zu lernen.

Covid-19 hat es nun geschaft, diesen globalen Körper krank zu machen und in Gefahr zu bringen. Da gegen kämpfen wir nun gemeinsam. Wir spüren, dass wir nun diszipliniert zusammenhalten müssen, um diese neue, erlebnissprudelnde Ganzheit zu retten, damit wir "erlebnistechnisch" nicht wieder weit zurück zu fallen. Genau dafür bleiben wir nun zuhause und ertragen diese fürchterlich Abgegrenztheit.

Aber welche Themen außer Corona spielen in diesem neuen, riesigen Gesamtbewusstsein eine Rolle?
Für jedes einzelne ICH ist es ja „die Mehrung und Sicherung der Freiheit für mehr erlebbare Möglichkeiten“. Dieses Grundziel gilt natürlich auch für dieses jung heranwachsende Gesamt-Erlebe-Wesen. Erlebbar positive Momente entstehen hier ebenfalls durch entgrenzende Verbindung und negative Erfahrungen, durch neue Begrenzungen oder Freiheitsbedrohungen (wie der Mauerfall 1989 in Berlin oder der Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 in New York).
Dieses gemeinschaftliche Erleben wird zunehmend wichtiger und vereinnahmt gerade in diesen Zeiten immer größere Wahrnehmungsanteile der eingebundenen Individuen. Es produziert eine Erfahrungsqualität, die einzelnen Lebewesen so nicht möglich ist.
Ob es uns glücklich macht, hängt von den sich nun neu ausbildenden Strategien, Regeln und Gesetzen innerhalb der Gemeinschaft ab. Zurzeit wird hier noch sehr viel experimentiert. Erfolgreiche Konzepte werden sich aber sicherlich langfristig durchsetzen, als Normen gesetzt und dann in unserem globalen Bewusstsein abgespeichert.

Leben scheint aber immer auch ein stetes Ringen um die besten Konzepte für Freiheit und Erlebnismöglichkeiten – im Kleinen wie im Großen. Eine kontinuierlich wachsende Erlebnisfülle und deren Erhalt ist wahrscheinlich das wichtigste Ziel unserer Welt. Dieser Erlebnisdrang bleibt gewiss nicht nur auf Bakterien, Menschen und Planeten beschränkt. Unser heranwachsendes „Gesamt-Erlebe-Wesen“ Erde ist vermutlich etwas ganz normales und bestimmt auch nicht alleine in diesem Kosmos. Schon vor sehr vielen Jahren haben wir damit begonnen, mit riesigen Radioteleskopen nach außerirdischem Leben zu lauschen. Das eigentliche Hauptprobleme bei dieser Suche sind die gigantischen Entfernungen, die Problematik der Lichtgeschwindigkeit und sicherlich unsere relativ eng gefassten Suchkriterien. Wir durchstöbern das Universum nach einer winzigen, kurzlebigen Variante des Lebens, die unserer derzeitigen Auffassung entspricht. Durch die rasant fortschreitende, technische Entwicklung erweitert sich unsere Vorstellung von Erleben und Erfahren aber ständig und damit sicherlich auch die Vorstellung, wo und wie es zu finden ist.
Wer nur Insekteneier kennt, hat weder Augen für bunte Raupen, noch für farbenprächtige Schmetterlinge, die sicherlich allgegenwärtig sind, jedoch von uns noch völlig unbemerkt durch unsere Galaxie flattern.

Vielleicht werden wir auch irgendwann einmal herausfinden, was Covid-19 "erlebnistechnisch" davon hatte, als es in diesen Tagen so schmerzhaft über unseren "Weltkörper" befallend her zog.

Lohnend nachzulesen der Wikipedia-Eintrag: „Die Entwicklung von Einzellern zu Vielzellern


Christoph Heinzel
45527 Hattingen

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