08 Grenzen des ICHs - Sinnformative Lebenskunst

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Grenzen des ICHs

Laut Wissenschaft bestehen unsere Körper aus mehr als 100 Billionen Zellen. Das meiste davon ist je nach Geschlecht zwischen 50-60 % ganz banales Wasser. Gewichtsmäßig betrachtet verteilen sich die chemischen Elemente ungefähr wie folgt: 65 % Sauerstoff (O), 18 % Kohlenstoff (C), 10 % Wasserstoff (H), 3 % Stickstoff (N), 1,5 % Calcium (Ca), 1 % Phosphor (P), 0,2 % Kalium (K), 0,25 % Schwefel S), 0,15 % Natrium (Na), 0,15 % Chlor (Cl) und 0,75 % sind Spurenelemente.
All diese Elemente sind in Sternen (Sonnen) entstanden und haben einen gemeinsamen kosmischen Ursprung. Sie waren vor dem Urknall Teil eines Ganzen und grenzenlos in einem einzigen Punkt vereint.

Betrachten wir unser menschliches Leben, gehen wir traditionell davon aus, dass eine gewisse Auswahl dieses Materials in einem durch die äußeren Körpergrenzen definierten Bereich entsprechend geschickt angeordnet sein muss, damit in unserem Körper lebensnotwendige Vorgänge, aber auch Gefühle und ein Erleben möglich sind. Wird diese Ordnung zerstört oder schwer beschädigt, so endet die Möglichkeit zu leben, zu fühlen und zu erleben.


Aber wo genau liegt die Außengrenze unseres Körpers? Wo endet unser ICH und wo beginnt die äußere Umwelt? Es ist schon unglaublich, aus wie vielen Einzelbausteinen unser Körper, also unser Selbst besteht. Aber wusstest du, dass dieses Material schon nach wenigen Jahren fast komplett ersetzt wird. Wir nehmen ständig neues Baumaterial in uns auf und trennen uns regelmäßig von Bestandteilen, die nicht mehr zu uns gehören sollen. Hierfür sind die Grenzen unseres Körpers durchlässig gestaltet, und das an sehr vielen Stellen bis hin zur Haut.

So betrachtet entstehen wir immer wieder neu aus dem Material unserer Umwelt – aus Pflanzen, Tieren, Wasser, Sternenstaub und Sonnenlicht. Trotzdem sagen wir ganz selbstverständlich ICH und „das ist mein Körper” und: „Hallo, Du bist ja ganz der Alte geblieben.“ Wir fühlen uns unabhängig und betrachten unseren Organismus als einen eigenständigen, abgeschlossenen Bereich. Aber wo befindet sich die physikalische Grenze meines ICHs genau? Zählt der Happen Leberpastete, den ich gerade mit einer Gabel in den Mund führe, schon zu mir oder erst dann, wenn er im Mund verschwunden ist? Ist die Flüssigkeit in meiner Blase, die mich schon seit zehn Minuten drückt und in wenigen Sekunden der Toilette anvertraut wird, noch ICH oder schon wieder Umwelt? Gehört die Luft, die ich eben eingeatmet habe, schon zum eigenen Selbst, oder erst das, was von ihr in meine Blutbahn übergegangen ist – oder gar nur das, was es davon in die einzelnen Körperzellen geschafft hat?
Es gibt unglaublich viel, was unsere ICH-Grenzen durchdringt und diese bei genauer Betrachtung heftig in Frage stellt. Unser Empfinden und Erleben ist nicht nur von einer perfekten Materialanordnung abhängig, sondern auch von einer Vielzahl äußerlicher Einflüsse, die uns dank unserer Sinne erreichen wie zu sehen, schmecken, riechen, hören und fühlen. Auch von innen nach außen durchbricht vieles diese Grenze wie zum Beispiel unser Sprechen und Handeln. Wir werden in einem hohen Maße von unserer Umwelt beeinflusst. Und wir beeinflussen wiederum ständig unsere Umwelt. Trotzdem nehmen wir uns wahr als eine selbständige, abgeschlossene Einheit, die nach freiem Willen aus sich heraus entscheiden und handeln kann.  

Wo liegt nun die Grenze zwischen meinem ICH und dem „Rest der Welt“ wirklich, wenn wir doch täglich immer wieder neu aus dem Material der Umwelt entstehen, indem wir Wasser, Luft, Pflanzen und Tiere aufnehmen.
Kontinuierlich wandert etwas von unserem ICH über unsere Haut oder direkt über das „stille Örtchen“ in die Welt zurück, um sich dann erneut wieder in Pflanzen und Tieren einzufinden. Wer will hier eine Abgrenzung festlegen. Und wenn doch, dann wofür, wenn sie doch im nächsten Moment schon wieder an Gültigkeit verliert?

Ließen sich die Grenzen des ICHs nicht am „Material“ festmachen, könnte man annehmen, dass das Geheimnis möglicherweise in der besonderen materiellen Anordnung zu finden ist. Vielleicht liegt das Geheimnis des ICHS in einer bestimmten Sortierung der ständig wechselnden Bestandteile?


 
Doch auch diese ICH-Ordnung ändert sich fortlaufend (körperlich und geistig), um dann schließlich endgültig zu zerfallen. Was ist nun unser ICH? Vielleicht doch nur eine dynamische, sich ständig verändernde Ordnung auf Zeit, fließend und zielgerichtet, unumkehrbar und endlich?

Sie heißt Nadine
ist 30 Jahre alt und ist, was sie isst
 sie ist die Kuh, denn das Fleisch war Kuh
 sie ist Gras, denn die Kuh war Gras
 sie ist die Erde, denn das Gras war Erde
 sie ist die Sonne, denn Gras war auch Sonne
 sie ist das Licht, denn Sonne ist Licht
  
aber Nadine ist auch, was sie trinkt.
 sie ist das Wasser in ihrem Glas
 sie ist die Wolke, die das Wasser brachte
 sie ist der Atlantik, aus der die Wolke dampfte und der Fluss,
der den Ozean speiste..

..und sie ist ganz sicher auch ein winziges Stückchen Lothar Hartmann,
der am 27. März 1987 in Leverkusen nachmittags um 15:37 Uhr
nach dem Genuss von drei Flaschen Altbier
entspannt lächelnd in den Rhein pinkelte
... untrennbar Welt!

Die "Schablone" deines Körpers wird vom Material der Welt "durchweht"





Ist unser Bild von einen abgeschlossenen
Körper doch nur eine Illusion?





Christoph Heinzel
45527 Hattingen

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