07 Erfahrung braucht Grenzen - Sinnformative Lebenskunst

Vom Urknall
zur Erfahrung
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Erfahrung braucht Grenzen

 
Wenn man über Wahrnehmung und Erleben nachdenkt, gewinnt man schnell den Eindruck, dass es gerade die Grenzen sind, die eigene Erfahrungen erst möglich machen. Sie durchziehen unser gesamtes Gedankenspektrum. Grundsätzlich ist das Denken ohne Grenzen überhaupt nicht möglich.
 
Stellen wir uns ein Haus vor, so entstehen vor unserem geistigen Auge die Begrenzungen, die es dazu machen: die Außenmauern, das Dach, die Fenster und Türen, aber auch die Materialien. So gibt es zwischen dem Holz des Garagentors und dem des Baumes im Garten große Unterschiede und Grenzen.
 
Denken ist das Vergleichen von Grenzen für ein angestrebtes Ziel: „Mein linkes Rad hat ein etwas tieferes Profil als das rechte. Kann ich damit noch fahren?“ Oder: „Mein Dispo geht nur bis 3.000 Euro. Wird das noch bis zum Weihnachtsgeld reichen?“ Oder „Mein Freund hat diesen Monat schon dreimal abends mit seiner Arbeitskollegin telefoniert. Ist das noch okay oder hat er da eine Grenze überschritten, sodass ich mir Sorgen machen sollte?“
 
Unser tägliches Werk ist es, Grenzen, Einteilungen und Ähnlichkeiten zu vergleichen, um unseren Wünschen und Erfahrungszielen näherzukommen. Auch wenn das, was Menschen erreichen möchten, noch so unterschiedlich erscheint, geht es doch im Grunde immer nur um Grenzen und darum, wie sie zu überwinden oder auch zu erhalten sind.
 
Aber woher stammen alle unsere Grenzen? Wenn wir uns ein neugeborenes Kind anschauen, wird uns klar, dass wir die allermeisten Grenzen am Anfang unseres Lebens noch gar nicht kennen. Wer schon einmal beobachtet hat, wie unbeholfen so ein „Würmchen“ selbst die Grenzen des eigenen Körpers erst erlernen und entdecken muss, sich mit den eigenen Nägelchen selbst verletzt, bis es weiß, wo das Gesicht anfängt und die Hand aufhört, der versteht, dass da am Anfang nicht viel Begrenzendes ist, kein Fensterrahmen und auch kein „reicht mein Geld noch bis zum Zehnten?“
 
Kommen wir aus einer Grenzenlosigkeit? Unsere Welt und unser Erleben scheinen fest an Grenzen gebunden zu sein. Aber auch für diese Grenzen existieren Begrenzungen: ein Vorher und ein Nachher – Geburt und Tod.
Geraten wir auf dem Sterbebett in eine absolute Begrenztheit oder erweitert sie sich alles ins Unermessliche? Wächst unsere weltliche Begrenzung mit jeder Zellteilung (Grenzziehung) im Mutterleib erst heran? Auf manchen Grabsteinen liest man: „Er ruht in Gott“. Welche gigantische, trennende Grenze können wir da möglicherweise überwinden? Grenzenlos eins mit Gott? Was passiert uns in der Ekstase, wenn unsere Körper in tiefster Sinnlichkeit verschmelzen und die Grenzen von Raum und Zeit für ein paar Augenblicke zu verschwinden scheinen? Vergessen wir in diesen Momenten alle unsere „weltlichen“ Grenzen? Bedeutet das, dass das Paradies die absolute Grenzenlosigkeit ist? Sind die Grenzen aller Materie in unserem Universum mit dem Urknall entstanden?

Die „Sinnformative Lebenskunst“ möchte dich an die Grenzen deiner Grenzen führen und dich anregen, ganz neu über sie nachzudenken.



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Audio: Alte persische Sage gesprochen von Joachim-Ernst Berendt, Quelle:  Radiosendung (zweiteilige Hörsoiree) Nada Brahma - die Welt ist Klang von Joachim-Ernst Berendt, ausgestrahlt am 28. November 1981 vom Südwestfunk
Christoph Heinzel
45527 Hattingen

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